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LSVD Sachsen-Anhalt

Pressedienst des LSVD Sachsen-Anhalt - Magdeburg, den 11. Mai 2014

Rainbowflash in Magdeburg und Halle

zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie am 17.Mai 2014
Am 17. Mai 1990 beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität aus der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) zu streichen. Zur Erinnerung daran wird der 17. Mai weltweit als Internationaler Tag gegen Homophobie begangen.
In Deutschland existiert eine zufällige Parallele zum 17.5. durch den ehemaligen §175 StGB der homosexuelle Handlungen über ein Jahrhundert lang - seit dem Inkrafttreten des Reichsstrafgesetzbuches 1872 unter Strafe gestellt hatte. Er wurde erst im Zuge der Rechtsangleichung nach der Wiedervereinigung endgültig abgeschafft. Deswegen wurde der 17. Mai von manchen lange als "Feiertag der Schwulen" bezeichnet.
Trotz Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes ist eine breite gesellschaftliche Akzeptanz in Deutschland keineswegs selbstverständlich. Studien belegen, dass Diskriminierung und Gewalt aufgrund der sexuellen Identität hierzulande weiter alltäglich sind. Die Auseinandersetzungen um den Bildungsplan in Baden-Württemberg und die Aktivitäten von „Homoheilern“ zeigen, dass überholt geglaubte Vorurteile noch wirkmächtig sind.
Europaweit erhalten rechtspopulistische Kräfte in vielen Ländern – auch in Deutschland – wieder Auftrieb und fast überall haben sie am 25. Mai Aussicht auf Einzug in das Europaparlament. Mit Russlands Präsidenten Putin haben sie einen einflussreichen Partner an der Seite und sympathisieren mit dessen Menschenrechtsverletzungen gegenüber Homosexuellen.
Weltweit steht in 7 Ländern (Iran, Saudi Arabien, Jemen, Mauretanien, Sudan, Teile von Somalia und Nigeria) Homosexualität unter Todesstrafe und in ca. 70 Ländern stehen darauf zum Teil lebenslängliche Haftstrafen.
Es bleibt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, Homophobie und Transphobie abzubauen. Die weltweit am 17. Mai stattfindenden Rainbowflashs bieten eine gute Möglichkeit, öffentlichkeitswirksame Zeichen dafür zu setzen. Dabei steht auch die Transphobie zunehmend im Blickfeld.
In diesem Jahr findet der Rainbowflash wieder in zahleichen mitteldeutschen Städten, darunter in Sachsen-Anhalt in Halle und in Magdeburg statt. Wir rechnen erneut mit zahlreichen Teilnehmer_innen, unter ihnen auch Politiker_innen unterschiedlicher Parteien.
Magdeburg: Beginn um 18 Uhr, Willy-Brandt-Platz (vor dem Hbf.)
Halle: Beginn 17 Uhr, Ratshof (am Marktplatz)

Martin Pfarr
Landessprecher des LSVD Sachsen-Anhalt
LSVD Sachsen-Anhalt, Walther - Rathenau - Str. 31, 39106 Magdeburg
Tel./Fax 0391/5432569, E-Mail: sachsen-anhalt@lsvd.de
[Beitrag geändert von Dirk am 06.07.2014, 19:55:55]
Veröffentlicht am: 12.05.2014