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LSVD Sachsen-Anhalt

Presseerklärungen

Pressedienst des LSVD Sachsen-Anhalt - Magdeburg, den 28. Januar 2014

Angebote zur Heilung von Homosexuellen sind Gehirnwäsche

CDU-Politiker sollten Mitarbeit im Verein LEO e.V. unverzüglich einstellen
Magdeburg. Nach Recherchen des MDR setzt der Verein „Gesellschaft für Lebensorientierung – LEO e.V.“ aus Bennungen im Südharz Homosexualität mit psychischen Krankheiten wie Depressionen gleich und bietet „Heilung“ an. Dazu erklärt Martin Pfarr, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD), Landesverband Sachsen-Anhalt:
Die Auffassungen des von führenden CDU-Politikern aus Sachsen-Anhalt unterstützten Vereins sind unwissenschaftlich und werden von allen seriösen Fachwissenschaftlern abgelehnt. Angebote zur „Heilung“ von Homosexualität sind darüber hinaus gefährlich und menschenverachtend. Der Vorsitzende der Gesellschaft für Sexualwissenschaft, Dr. Kurt Seikowski, bezeichnet sie völlig zurecht als Gehirnwäsche.
Was homosexuelle Jugendliche brauchen, sind Anerkennung, Unterstützung und Stärkung in ihrer sexuellen Identität und nicht, Homosexualität als Krankheit oder Sünde zu bezeichnen. Die Vermittlung einer solchen Botschaft ist allenfalls dazu geeignet, die ohnehin bereits deutlich erhöhte Zahl von Suiziden unter ihnen noch weiter zu steigern.
In diesem Zusammenhang ist zu klären, ob der Verein LEO e.V. noch länger Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des Paritätischen Bildungswerkes sowie anerkannter freier Träger der Jugendhilfe sein kann.
Die Distanzierung von Dr. Christoph Bergner (MdB, CDU) wirkt unglaubwürdig, wenn er einerseits erklärt, er habe die Ansicht, Homosexualität sei therapierbar, immer für falsch gehalten und andererseits nicht nur Mitglied des Vereins ist sondern gar dessen Kuratorium angehöhrt. Ebenso wenig überzeugend ist es, wenn CDU-Fraktionsvorsitzender André Schröder äußert, man müsse den Verein an der Gesamtheit der Angebote messen und nicht an den wenigen kontroversen Thesen einzelner Mitglieder. Damit stützt der Fraktionsvorsitzende der Regierungspartei CDU gar die Machenschaften von LEO e.V. und immerhin ist das ehemalige Fraktionsmitglied Bernhard Ritter nicht nur einfaches Mitglied sondern Vorsitzender und Gründer des Vereins und vertrat diese Thesen bereits in den frühen neunziger Jahren im Landtag von Sachsen-Anhalt.
Glaubwürdig würde eine Distanzierung von den Ansichten und Praktiken des Vereins nicht nur mit einem Austritt aus diesem sondern auch mit einer Zustimmung der CDU zum Aktionsplan für Vielfalt und gegen Homo- und Transphobie, der sich auf Initiative des Lesben- und Schwulenpolitischen Runden Tisches derzeit in den Beratungen des Landtags befindet.

Martin Pfarr
Landessprecher des LSVD Sachsen-Anhalt
LSVD Sachsen-Anhalt, Schäfferstraße 16, 39112 Magdeburg
Tel.: 0391/543 25 69, E-Mail: sachsen-anhalt@lsvd.de
[Beitrag geändert von Dirk am 30.03.2014, 22:03:05]
Veröffentlicht am: 29.01.2014