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LSVD Sachsen-Anhalt

Presseerklärungen

Presseerklärung des LSVD Sachsen-Anhalt

Zum morgigen Prozess vor dem Amtsgericht Burg gegen den aus Benin stammenden Asylbewerber Nico Pehounde

erklärt Martin Pfarr, Sprecher des LSVD Landesverband Sachsen-Anhalt:
Nach dem Asylverfahrensgesetz ist nur die Haushaltsgemeinschaft von Ehegatten bei der Verteilung und Zuweisung der Asylbewerber zu berücksichtigen. Lebenspartner werden im Asylverfahrensgesetz nicht erwähnt. Das ist diskriminierend und menschenverachtend. Denn gerade homosexuelle Asylbewerber benötigen den Beistand der Angehörigen und Freunde.
Pehounde ist Asylbewerber aus Benin. Er lebt seit 2003 in der Bundesrepublik und seit 2007 in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft mit einer transsexuellen Frau. Nico wird nun angeklagt, weil er seine in Berlin lebende Frau besucht hat. Die Nichteinhaltung der Residenzpflicht ist für AsylbewerberInnen in Deutschland strafbar.
Alle Anträge auf Urlaub wurden bislang abgelehnt. Besonders bitter daran ist, dass Nico diese Schwierigkeiten sicherlich nicht hätte, wenn er in einer Ehe leben dürfte. Aber eine Ehe war auf Grund der Transsexuellengesetzgebung nicht möglich.
Wir fordern die Verantwortlichen auf, Nico legale Formen für den Besuch bei seiner Frau zu ermöglichen. Es ist unmenschlich, wenn Anträge, die Lebenspartnerin besuchen zu dürfen, zurückgewiesen werden.
Gerichtstermin: Dienstag, 04. März 2008, 9 Uhr
Amtsgericht Burg, Saal 14, Johannesstraße 18, 39288 Burg
Rückfragen möglich bei Martin Pfarr, Tel. 0171/3495906
Martin Pfarr
Landesvorstand
Veröffentlicht am: 03.03.2008