Braucht es eine LSBTI*-Interessensvertretung beim MDR?

Wann:
13. Dezember 2017 um 19:00 – 21:00
2017-12-13T19:00:00+01:00
2017-12-13T21:00:00+01:00
Wo:
Regenbogencafé
Schäfferstraße 16
39112 Magdeburg
Deutschland
Preis:
kostenlos

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik haben Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle (LSBTI*) mit Jenny Renner (LSVD) seit dem 8. Juli 2016 im ZDF-Fernsehrat Sitz und Stimme bekommen.

2015 fand eine Kampagne des LSVD, dass LSBTI endlich im ZDF-Fernsehrat vertreten sein müssten, viel Unterstützung und hatte letztlich Erfolg. Das Bundesverfassungsgericht hatte mit seinem am 25.3.2014 veröffentlichten Urteil zum ZDF-Staatsvertrag deutlich gemacht, dass die bisherige Zusammensetzung des ZDF-Fernsehrates dem Grundsatz der Vielfaltsicherung nicht genügt. In dem Urteil heißt es u.a.: „Die Zusammensetzung der Kollegialorgane muss darauf ausgerichtet sein, Personen mit möglichst vielfältigen Perspektiven und Erfahrungshorizonten aus allen Bereichen des Gemeinwesens zusammenführen“ (BVerfG, 1 BvF 1/11 Rz. 39). Im März 2015 hatte sich der Freistaat Thüringen entschlossen, eine LSBTI-Vertretung in den ZDF-Fernsehrat zu entsenden. So wurde es in letzter Minute im neuen ZDF-Staatsvertrag verankert.

Heute gibt es LSBTI*-Interessensvertretungen im Hörfunkrat des Deutschlandradios sowie im Rundfunkrat des Saarländischen Rundfunks und von Radio Bremen, aber nicht im Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Änderung des MDR-Staatsvertrages und der damit zusammenhängenden Zusammensetzung des Gremiums, fordern die mitteldeutschen LSVD-Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und der Bundesverband von den drei Landesregierungen, dass „Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und intergeschlechtliche Menschen“ künftig im MDR-Rundfunkrat vertreten sind.

Eine Veranstaltung des LSVD Sachsen-Anhalt e.V. mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt.